Frontaler Blick in ein Schlafzimmer mit einer Akzentwand mit Kalkfarbe

30.Sep.2022

Kalkfarbe: die natürliche Alternative zur herkömmlichen Wandfarbe

Sind Sie auf der Suche nach Inspirationen für Ihr Zuhause? Spüren Sie diesen Impuls, etwas ändern zu wollen? Oder haben Sie schon ein konkretes Projekt vor Augen, zum Beispiel die Gestaltung Ihres Schlafzimmers? Farbe bietet eine einfache Möglichkeit, Räumen eine neue Atmosphäre zu geben. Eine natürliche Alternative zur herkömmlichen Dispersionsfarbe bietet das Streichen mit Kalkfarbe. Die Naturfarbe ist ökologisch, nachhaltig und gut geeignet, um mal eine etwas andere Optik zu erzielen: Durch die besondere Verarbeitung wirkt die Oberfläche pudrig, matt und unvollkommen.

Was ist Kalkfarbe?

Die Zusammensetzung besteht lediglich aus Löschkalk und Wasser und ist daher besonders schadstoffarm. Prinzipiell lässt sich der sogenannte Sumpfkalk auch selbst anmischen und tönen, dies erfordert jedoch einiges an Fingerspitzengefühl.

Einfacher ist die Anwendung, wenn man auf das große Angebot an gebrauchsfertigen Kalkfarben zurückgreift. Neben einer breiten Farbpalette bieten sie eine höhere Deckkraft und bessere Abriebbeständigkeit als das traditionelle Material.

Als natürliche Alternative zur herkömmlichen Wandfarbe trägt die Kalkfarbe zu einem natürlichen und gesunden Raumklima bei. Neben den vielen Vorteilen gibt es bei der Verarbeitung aber auch einiges zu beachten. Welche Besonderheiten es beim Streichen mit Kalkfarbe gibt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

An der Decke angebrachte Akustikplatten mit einer offenen Fuge zum Wandanschluss
Mitarbeiter von Verfürth Maler verputzen die Akustikplatten an der Decke
Blick in einen großen leeren Raum mit der fertigen Akustikdecke

Eignet sich Kalkfarbe auch für innen?

Kalk ist ein uraltes Material, welches früher vor allem zum Weißeln von Hauswänden im Außenbereich eingesetzt wurde, um diese so wetterfest zu machen. Mittlerweile ist die Kalkfarbe auch für Innenräume im Trend. Dabei sollten Sie den Untergrund vorab genau prüfen, denn Kalkfarbe ist eine mineralische Farbe auf Wasserbasis und ist daher am besten für mineralische Untergründe geeignet. Dazu zählen Stein, Beton, Zement und Putz. Andere Untergründe, zum Beispiel mit alten Anstrichen aus Latexfarbe oder Tapete, sollten entfernt beziehungsweise mit einem Primer vorbehandelt werden, damit die Kalkfarbe nicht wieder abblättert. Kalkfarbe ist atmungsaktiv, diffusionsoffen und schimmelhemmend. Dadurch trägt sie zu einem angenehmen Raumklima bei und ist bestens für Allergiker geeignet. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Kalkfarbe besonders gut für Bad, Küche und alle Wände, die zu Schimmelbildungen neigen geeignet.

Wie wird Kalkfarbe gestrichen?

Der charmante Effekt, der durch die Kalkfarbe entsteht, wird durch eine besondere Art der Auftragung erzielt. Die sehr dünne Farbe wird mit einem Quast mit Naturborsten nass in nass aufgetragen. Durch die vielen kleinen Streichbewegungen entsteht die individuelle Struktur. Grundsätzlich sind mehrere Farbaufträge nötig, welche dazwischen immer gut durchtrocknen sollten. Bei der Verarbeitung ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Wand ausreichend vorgenässt ist und dass das Material genügend Zeit zum Trocknen hat. Außerdem ist eine Schutzausrüstung aus Brille und Handschuhen empfehlenswert, da es bei Kontakt mit Augen und Schleimhäuten zu Verätzungen kommen kann. Wenn Sie irgendwann später die Raumgestaltung wieder ändern möchten, ist es am einfachsten, die Kalkfarbe wieder mit Kalkfarbe zu überstreichen. Falls Sie doch lieber wieder zu herkömmlichen Farben greifen wollen, muss die alte Farbe erst vollständig entfernt werden.
Blick in einen Raum mit Kamin in der Mitte und der fertigen Akustikdecke

Die Vor- und Nachteile der ökologischen Wandfarbe

Vorteile

  • atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend, daher für Feuchträume gut geeignet
  • wirkt antibakteriell gegen Schimmel und Bakterien
  • reguliert das Raumklima
  • ohne Konservierungsstoffe und umweltfreundlich
  • erzeugt eine besondere Optik

Nachteile

  • empfindliche Oberfläche, nicht abriebfest
  • nur für mineralische Untergründe geeignet bzw. mit entsprechender Vorbereitung
  • lässt sich nicht immer überstreichen und muss wieder entfernt werden


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